Vegan í reykjavík

Dieses Land hat mich gefesselt – und ich bin direkt zum zweiten Mal hier. Letztes Jahr haben wir die Insel mit dem Auto umrundet, ein Traum! Dazu passend gab es einen „Vamping – vegan camping“-Artikel für euch. Dieses Jahr genieße ich eine ganze Woche in der wunderschönen Hauptstadt und schnabuliere mich durch ihre besten Leokale: Vegan í reykjavík!

Zugegeben, in Island haben es VeganerInnen nicht wirklich leicht. Aaaaaber: es ist auch bei Weitem nicht so schwierig, wie mir gesagt wurde. Das liegt natürlich daran, dass man beim „Vampen“ selber kocht und in Reykjavík von einer immer größer werdenden veganen Szene profitieren kann. Mit einem Jahr Abstand ist das wirklich beeindruckend zu sehen, denn es hat sich wahnsinnig viel getan. Man kann hier nicht nur in rein pflanzliche Lokale gehen, sondern immer mehr Restaurant packen „Vegan Options“ auf ihre Karte – so soll das sein.

Meine liebsten Spots in Reykjavík möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

 

BISTRO

Nora Magasin, Pósthússtræti 9

Ein gemütliches Restaurant mit Kneipencharakter, direkt am „Alþingi“, dem isländischen Parlament. Die Einrichtung ist im ausnahmsweise mal nicht missglückten „Shabby Chick“-Stil, die Karte übersichtlich und der Service immer top! Das doch sehr fleischlastige Menü bietet einige vegane Optionen, die der Service auch direkt erklärt: Wedges, Süßkartoffel-Fritten, Gegrilltes Gemüse, Brot mit Hummus und der vegetarische Burger sind rein pflanzlich. Am Fass gibt´s Einstöck Pale Ale, für mich eines der besten isländischen Biere. Das Wlan-Passwort „iloveyou“ ist Programm, hier ist man gut gelaunt und sehr zuvorkommend und der Laden ist trotz Touri-Auflauf bei Einheimischen sehr beliebt.

Mehr Infos gibt´s auf der Facebookpage.


 

RESTAURANT

Tacobarinn, Hverfisgata 20

„Das ist so trashig, das ist fast wieder cool!“ – wenn ich das höre, bin ich meist anderer Ansicht. Nämlich, dass geschmacklos einfach irgendwie geschmacklos ist. Das Tacobarinn allerdings kann Trash, und gutes mexikanisches Essen! Die Einrichtung und Deko sind wirklich mehr als sonderbar, aber unglaublich liebervoll und am Ende passt es doch auf wundersame Weise zusammen. Im Regal stehen Skulls und Kokosnüsse mit Augen und Tequila-Hütchen, Girlanden schmücken die Glasbedachung, Seltsames wurde an die Wand gemalt, Tische mit Permanent-Marker verziert und die obligatorischen Lichterketten wurden natürlich auch noch untergebracht. Das sehr junge Team liebt den Job, immer freundlich und serviceorientiert. Auf der Karte gibt´s vegane Tacos (die noch etwas Salz und Gewürze brauchten) und ein Chili Sin Carne. Best fact: die Tortilla Chips sind selbstgemacht! Bilder gucken? Hier entlang!


 

RESTAURANT

Nepalese Kitchen, Laugavegi 60A

Auf Reykjavíks Shoppingmeile gibt es nicht nur tolle Shops, Bars und Cafés, sondern auch ein paar ganz gute Restaurants. Eines davon ist das „Nepalese Kitchen“, das erste nepalesische Restaurant Islands, direkt gegenüber vom Bonus-Supermarkt. Der kleine, eher unscheinbare Laden bietet neben typisch nepalesischen Gerichten auch indische Küche an. Es gibt einige vegane Optionen. Serviert wird in wunderhübschen Schüsselchen und wer weder Buch noch Gesprächspartner dabei hat, findet an den Wänden einiges zu lesen.

Achtung: Das Naan wird nicht nur mit Butter, sondern auch mit Milch zubereitet. Das ist gar nicht unüblich, aber in den meisten indischen Restaurants wird veganes Naan gebacken.

Natürlich gibt´s „Nepalese Kitchen“ auch online.


 

RESTAURANT/SUSHIBAR

Sushibarinn, Laugavegur 2

Ohne Sushi halte ich es nicht besonders lange aus. Und glücklicherweise habe ich auch im Land der Fischliebhaber eine Sushibar gefunden, in der es mehr als Kappa-Maki gibt. Es gibt einige vegane Optionen, dazu auch Inside-Out-Rolls, Wakame Salat, Edame und Inari. Der Reis ist genau richtig, die Sushis frisch und vor Ort zubereitet. Der Laden im Laugavegur ist eher nicht besonders gemütlich. Wer in gemütlicherem Ambiente essen möchte, der kann die zweite Location aufsuchen. Adresse und Bilder findet ihr auf der Webseite.


 

FAST FOOD

Reykjavík Chips, Vitastígur 10

Ein Traum für mein belgisches Herz: Mitten in Reykjavík gibt es wirklich gute Fritten! Jep, richtig gelesen: F R I T T E N, keine Pommes! Die junge Truppe orientiert sich bei der Zubereitung sowie Soßenauswahl am Frittenland und es gibt sogar eine kleine Auswahl an belgischen Bieren. Auf der Karte gibt es immer mindestens zwei vegane Soßen, außerdem stehen Salz und ein paar andere spannende Gewürzmischungen zur freien Verfügung bereit. Zugegeben, die goldbraunen Glücklichmacher sind selbst für isländische Verhältnisse nicht ganz billig, aber es lohnt sich! Unbedingt ausprobieren und dem Team dabei zuschauen, wie sehr sie ihren Job lieben.

Mehr Infos geben die Jungs auf ihrer Webseite preis.


 

CAFÉ

Sandholt bakarí Reykjavík, Laugavegur 36

Die Bäckerei liegt direkt im Zentrum und ist eine der besten, die ich kenne! Das Sauerteigbrot ist einfach der Hammer – ob „normal“, vollkorn, mit Kürbiskernen oder getrockneten Tomaten und Oliven. Selbst das Baguette ist aus dem typsichen Sandholt-Sauerteig und wirklich nur zu empfehlen. Dazu gibt es eine Reihe von anderen guten Broten, wie Bulgur- und Quinoa-Brot. Angeschlossen an den Laden ist ein Café, in dem es leider wenig bis gar nichts Veganes zu essen gibt, aber man durchaus einen sehr guten Soja-Cappuccino bekommt. Unbedingt mitnehmen: hausgemachte Blaubeer-Lakritz-Marmelade! Mehr über den Laden, seinen interessanten Besitzer und die spezielle Backart findet ihr hier.


 

CAFÉ/BISTRO

Kaffi Vínyl, Hverfisgata 76

Reykjavík hat mit dem Vínyl ein rein veganes Café mit Plattenladen und regelmäßiger Live-Musik. Auf der Karte stehen Wraps, Salate, Lasagne, Sandwichs, Frühstück, Chia-Pudding und vieles mehr. Einige Speisen können mit denn „Oumph!„-Produkten (Fleischersatz auf Sojabasis) gepimpt werden. Neben Café und üblichen Kaltgetränken gibt´s auch Wein und Bier und eine ausgedehnte Happy-Hour von 16-19 Uhr. In Island durchaus eine gute Info, da die Preise sich nach dieser Zeit gerne mal verdoppeln. In der Happy-Hour bekommt man ein Bier auch fast zum Festlandspreis.


 

YOGA

Reykjavík Yoga, Skúlagata 30

Kleines Yogastudio, das von Baddy, Bjarney Hinriksdóttir, geleitet wird. Pro Woche gibt sie dort zwei Klassen auf Englisch. Da ich kurz vor der Abreise stand und nicht mehr genügend Bargeld hatte, war Baddy so lieb und ließ mich ganz einfach per Paypal bezahlen.

Die Stunde war wirklich klasse, Baddy machte eine kleine Einführung, ließ allen genügen Zeit um anzukommen und begann dann mit einer für mich perfekten Mischung aus Asanas und Pranayamas. Der Fokus der Klasse lag auf der Atmung, zugegebenermaßen nicht mein Lieblingsthema. Die Art und Weise, wie Baddy auf die richtige Atmung aufmerksam machte und die Übungen anordnete, gefiel mir sehr gut. Ihre liebevolle Art ließ mich direkt zugehörig und willkommen fühlen und ich habe die 90 Minuten mehr als genossen.

Einzelklassen kosten 2.000 Kronen und dauern 90 Minuten. Alle Infos zu ihr, dem Yogastil und den Preisen findet ihr hier.


 

PRODUKTE

Island ist voller Überraschungen. So auch in den Supermarktregalen: Es ist durchaus einiges Veganes zu finden und vor allem zu entdecken! Neben Veganz Tiefkühlpizza und vielen „deutschen“ Produkten im Bioladen im Zentrum gibt es auch Produkte von Oumph, die es bisher nur in Skandinavien gibt. Eigentlich bin ich kein Fan von Fleischalternativen, aber auf Reisen probiere ich alles Mögliche aus. Das Geschnetzelte mit Thymian und Knoblauch hat mich aber tatsächlich umgehauen. Tolle Textur, superlecker, brät kross an. Passte gut zu meinem Linseneintopf, wie ihr auf dem rechten Bild sehen könnt.

Allgemein kommt man als Selbstversorger in Island sehr gut klar: In Reykjavík gibt es einen tollen Asia-Shop und in jedem Supermarkt lassen sich alle nötigen Produkte finden und sogar Neues testen.