Kinoko Udon キノコうどん – Pilzbrühe mit Udon und Tofu

もしもし 🙂
Japan hat mich schon immer fasziniert. Spätestens seit meiner Tokioreise vor fünf Jahren ist es dann vollkommen um mich geschehen: Nicht nur, dass die Küche sich in meinem Speiseplan breit gemacht hat, ich lerne auch mehr oder weniger fleißig Japanisch. Erfolgserlebnisse finden aber tatsächlich eher am Herd als in der Sprachschule statt.

Das nachhaltigste Erlebnis in Tokio war ein Besuch in einer echten Udon-Suppenküche. In einem kleinen Hintereingang mitten im belebten Stadtteil Shinjuku tappe ich erst ein paar Schritte runter in einen kleinen Keller. Würden sich den Weg nicht viele junge Japanerinnen und Männer in Anzügen mit mir teilen, wäre ich durchaus ein wenig skeptisch geworden. Und dann war ich im Udon-Paradies: Hinter großen beschlagenen Glasschreiben befindet sich die Nudelproduktion, lange Udons werden aus dampfendem Wasser gehoben und über große Holzstäbe gehängt. Ich bekomme ein Tablett, schaue auf die – wie üblich in Japan – mit Fotos ausgestattete Karte und wähle aus. Erst kommen die Nudeln in die Schüssel, dann darf ich meine Brühe, verschiedene Gemüsesorten, Fleisch oder Tofu und „Gemüsefritters“ wählen.

Natürlich stehen Sojasoße und Shichimi Togarashi, eine japanische Chili-Gewürzmischung aus sieben Zutaten auf den Tischen bereit. Das war nicht nur mit Abstand die beste Suppe, die ich bisher essen durfte, sondern auch ein wahnsinnig beeindruckendes Erlebnis. In Japan ist „Schlürfen“ beim Essen ein Muss, um zu zeigen, dass es schmeckt. Mit der westlichen Angewohnheit, so wenig Geräusche wie möglich am Tisch zu machen, können Japaner*innen nicht viel anfangen. An die Geräuschkulisse muss man sich zwar gewöhnen, aber als die Anzugträger den Tisch satt und leicht gestresst verlassen, finde ich nirgends auch nur einen kleinen Tropfen auf Hemd, Sacko oder Hose! Das muss man erst mal schaffen…

Meine Pilz-Udon-Suppe dürft ihr laut und leise essen, Hauptsache sie schmeckt und zieht lange genug durch! Ein Einkauf im Asia-Shop ist für die Zutaten auf jeden Fall anzuraten. Dort sind die Produkte auf jeden Fall zu finden, sie schmecken authentischer und sind günstiger. Noch dazu bekommt man eine gute Beratung.

Zutaten

  • 2,5 l Wasser
  • 250 g getrocknete Shiitake Pilze
  • 2 Möhren
  • 1 Sternanis
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Ingwer (daumengroß)
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Misopaste
  • asiatischer, dünner Staudensellerie (aus dem Asialaden)
  • 75 g Enoki-Pilze (Asialaden)
  • 10 braune Champignons
  • Sojasoße
  • Shichimi Gewürzmischung (Asialaden) oder Chili
  • Frittierte Tofustücke aus dem Asialaden
  • 300 g Udon Nudeln 

Zubereitung

  1. Knoblauch und Ingwer fein hacken. Die Möhren und Zwiebel in größere Stücke schneiden und alles zusammen im Topf anbraten.
  2. Die getrockneten Pilze, Sternanis und die Hälfte des Staudenselleries in Stücke hinzugeben und mit Wasser ablöschen. Mindestens 3 Stunden lang köcheln lassen.
  3. Die Udons in einem separaten Topf wie auf der Packung angegeben in zuvor kochendem Wasser ziehen lassen.
  4. Die Gemüsebrühe jetzt durch ein Sieb abschütten. Tipp: Aus den Resten kann ein zweiter Fond aufgesetzt werden, diesen dann länger ziehen lassen. Die Brühe kann man danach gut einfrieren.
  5. Jetzt die Brühe mit Sojasoße, Misopaste und Shichimi/Chili abschmecken und weiter köcheln lassen.
  6. Die Champignons in Scheiben schneiden, die übrige Hälfte des Selleries in munderechte Stücke hacken und wer den Tofu doppelt kross haben möchte: die Tofustücke nochmals kurz anbraten.
  7. Pro Portion Nudeln, Pilze, Sellerie und Tofu in einen Suppenteller oder eine Schale geben, mit Brühe aufschütten. Mit Sellerieblättern und Enoki dekorieren.

 

Japaner*innen sagen “Itadakimasu“ (頂きます) vor dem Essen. Das heißt soviel wie“Guten Appetit“. Eigentlich bedeutet es die  Wertschätzung des Lebens von Gemüse, Fleisch oder Fische, sowie die Mühe aller Personen, denen sie dieses Essen zu verdanken haben.

Nach dem Essen sagen sie „Gochisousamadeshita“ (ごちそうさまでした), was so viel bedeutet wie „Vielen Dank für das gute Essen“.